Tourismus in Bayern in Zahlen Übernachtungsrekorde, Regionen & Herkunft der Gäste 2026

Tourismus in Bayern in Zahlen: Übernachtungsrekorde, Regionen & Herkunft der Gäste 2026

Bayern gehört zu den wichtigsten Tourismusregionen Deutschlands. Alpen, Seen, Schlösser, Städte wie München und Nürnberg sowie die Ferienregionen Allgäu, Bayerischer Wald und Franken sorgen für eine breite Mischung aus Städte-, Kultur-, Geschäfts-, Wellness- und Urlaubstourismus. Auch 2026 bewegt sich der bayerische Tourismus auf einem hohen Niveau.

Die aktuell verfügbaren Zahlen zeigen allerdings ein differenziertes Bild: Im ersten Halbjahr 2026 kamen mehr Gäste nach Bayern, während die Zahl der Übernachtungen nur leicht zulegte. Gleichzeitig gewinnt der internationale Tourismus an Bedeutung.

Bayern-Tourismus 2026: Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Im ersten Halbjahr 2026 registrierten die bayerischen Beherbergungsbetriebe rund 18,6 Millionen Gästeankünfte. Das waren 2,0 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025.

Die Zahl der Übernachtungen lag bei knapp 46,3 Millionen und damit 0,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Entwicklung zeigt: Bayern empfängt zwar mehr Reisende, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer wächst jedoch nicht im gleichen Maße.

Allein im Juni 2026 wurden knapp 4,1 Millionen Gäste und rund 10,1 Millionen Übernachtungen gezählt. Die Gästeankünfte stiegen gegenüber Juni 2025 um 1,1 Prozent, während die Übernachtungen um 1,3 Prozent zurückgingen.

Kennzahl Bayern 2026
Gästeankünfte Januar–Juni rund 18,6 Mio.
Veränderung Gäste +2,0 %
Übernachtungen Januar–Juni knapp 46,3 Mio.
Veränderung Übernachtungen +0,5 %
Gäste Juni 2026 knapp 4,1 Mio.
Übernachtungen Juni 2026 rund 10,1 Mio.
Geöffnete Betriebe im Juni 11.410

Die Statistik erfasst geöffnete Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Gästebetten beziehungsweise Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen.

2025 brachte einen neuen Übernachtungsrekord

Für das komplette Jahr 2025 weist die bayerische Tourismusstatistik rund 41,0 Millionen Gästeankünfte und 102,9 Millionen Übernachtungen aus.

Damit stiegen die Gästeankünfte gegenüber 2024 um 0,9 Prozent. Die Übernachtungszahl legte um 0,2 Prozent zu. Bayern blieb damit auch 2025 auf dem Niveau von mehr als 100 Millionen Übernachtungen.

Besonders interessant ist die Entwicklung der inländischen Nachfrage. Gäste mit Wohnsitz in Deutschland sorgten 2025 für mehr als 31,3 Millionen Ankünfte und rund 82,3 Millionen Übernachtungen. Beide Werte übertrafen die bisherigen Rekordwerte aus dem Jahr 2024.

Bei den internationalen Gästen wurden 2025 gut 9,6 Millionen Ankünfte und rund 20,6 Millionen Übernachtungen registriert. Die Zahl der internationalen Ankünfte blieb damit gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert, während die Übernachtungen um 0,8 Prozent zurückgingen.

München und Oberbayern bleiben Tourismus-Schwergewicht

Die mit Abstand größte Tourismusregion innerhalb Bayerns ist Oberbayern. Im Jahr 2025 wurden dort mehr als 19,6 Millionen Gästeankünfte und rund 46,4 Millionen Übernachtungen registriert. Damit entfiel fast die Hälfte aller bayerischen Übernachtungen auf diesen Regierungsbezirk.

Eine zentrale Rolle spielt München. Die Landeshauptstadt kam 2025 auf rund 9,3 Millionen Gästeankünfte und knapp 19,7 Millionen Übernachtungen. Damit ist München allein für einen erheblichen Teil des gesamten bayerischen Städtetourismus verantwortlich.

Auch 2026 zeigt sich die starke Position Oberbayerns. Im Juni stiegen dort die Gästeankünfte gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 Prozent, die Übernachtungen um 1,5 Prozent.

Allgäu, Oberland und Südostoberbayern

Neben München gehören die klassischen Ferienregionen im Süden zu den wichtigsten touristischen Räumen Bayerns.

Im Jahr 2024 entfielen beispielsweise auf die Region Allgäu mehr als 12,1 Millionen Übernachtungen. Das Oberland kam auf rund 7,6 Millionen, Südostoberbayern auf rund 9,3 Millionen Übernachtungen.

Diese Regionen profitieren vor allem von Natur- und Aktivurlaub, Wandern, Wintersport, Wellness sowie vom internationalen Interesse an den bayerischen Alpen und Seen.

Das Allgäu ist dabei besonders stark vom Ferien- und Erholungstourismus geprägt. Die Region verbindet große Mengen an Übernachtungen mit einer vergleichsweise langen Aufenthaltsdauer.

Franken: Städte, Kultur und Kurzreisen

Auch Franken besitzt ein ausgeprägtes touristisches Profil. Nürnberg, Würzburg, Bamberg und Rothenburg ob der Tauber ziehen zahlreiche Besucher an.

Besonders Nürnberg entwickelte sich im Juni 2026 dynamisch. Die Stadt verzeichnete 11,0 Prozent mehr Gästeankünfte und 12,3 Prozent mehr Übernachtungen als im Juni des Vorjahres. Open-Air-Festivals und Konzerte trugen nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik zu dieser Entwicklung bei.

Franken profitiert damit stärker als reine Ferienregionen von Kultur-, Veranstaltungs- und Städtereisen. Gleichzeitig sind Regionen wie die Fränkische Schweiz, das Fichtelgebirge oder das Fränkische Seenland für Natur- und Kurzurlaub interessant.

Welche Regionen wachsen 2026?

Die Entwicklung ist regional sehr unterschiedlich. Im Juni 2026 gehörten Oberbayern und Mittelfranken zu den Regionen mit positiven Veränderungen bei Gästen und Übernachtungen.

Oberbayern verzeichnete bei den Gästeankünften ein Plus von 4,6 Prozent und bei den Übernachtungen ein Plus von 1,5 Prozent. Mittelfranken kam auf +3,5 Prozent bei den Ankünften und +1,1 Prozent bei den Übernachtungen.

In anderen Teilen Bayerns war die Entwicklung dagegen schwächer:

  • Unterfranken: +2,9 Prozent Gäste, aber -1,5 Prozent Übernachtungen
  • Schwaben: -5,4 Prozent Gäste und -4,6 Prozent Übernachtungen
  • Niederbayern: -4,7 Prozent Gäste und -3,9 Prozent Übernachtungen
  • Oberpfalz: -4,1 Prozent Gäste und -7,9 Prozent Übernachtungen
  • Oberfranken: -2,4 Prozent Gäste und -4,9 Prozent Übernachtungen

Die Zahlen beziehen sich auf Juni 2026 und zeigen, wie stark einzelne Monate und Regionen voneinander abweichen können.

Woher kommen die internationalen Gäste?

Bayern ist nicht nur ein Ziel für deutsche Urlauber. Internationale Gäste spielen eine wichtige Rolle, insbesondere in den großen Städten und den bekannten Ferienregionen.

Im Juni 2026 lagen die USA bei den ausländischen Gästen an der Spitze. Es wurden 121.095 Ankünfte und 256.926 Übernachtungen von Gästen aus den Vereinigten Staaten registriert.

Auf Platz zwei folgte Österreich mit 100.565 Ankünften und 185.881 Übernachtungen. Die Niederlande belegten mit 95.987 Ankünften und 178.225 Übernachtungen Platz drei.

Damit zeigt sich eine interessante Mischung aus Fernmärkten und europäischen Nachbarländern. Während US-amerikanische Besucher insbesondere im Städte- und Rundreisetourismus eine wichtige Rolle spielen, profitieren Grenzregionen und Feriengebiete stark von Gästen aus Österreich und den Niederlanden.

Internationale Nachfrage wächst 2026 schneller

Im Juni 2026 entwickelte sich das Auslandsgeschäft deutlich besser als die Nachfrage aus Deutschland.

Bei internationalen Gästen stiegen die Ankünfte um 3,2 Prozent, die Übernachtungen sogar um 3,9 Prozent. Bei Gästen aus Deutschland nahmen die Ankünfte dagegen nur um 0,6 Prozent zu, während die Übernachtungen um 2,4 Prozent zurückgingen.

Das könnte für Bayerns Tourismuswirtschaft langfristig wichtig sein. Internationale Besucher verbringen häufig mehrere Tage in einer Region oder kombinieren mehrere Reiseziele miteinander. Städte wie München können dabei als Ausgangspunkt für Rundreisen durch Bayern dienen.

Niederländer sind ein wichtiger Quellmarkt

Auch langfristig gehören die Niederlande zu den bedeutendsten internationalen Herkunftsmärkten des Deutschlandtourismus. Der Tourismusatlas der Statistischen Ämter weist die Niederlande als Herkunftsland mit den meisten Übernachtungen in Deutschland aus.

Für Bayern sind die Niederlande besonders interessant, weil die Anreise mit dem Auto vergleichsweise unkompliziert ist. Ferienregionen in Südbayern, Campingplätze und familienorientierte Unterkünfte können davon profitieren.

Österreich und die Schweiz besitzen aufgrund ihrer geografischen Nähe ebenfalls eine besondere Bedeutung. Für Gäste aus den südlichen Nachbarländern sind insbesondere die grenznahen Regionen attraktiv.

2026: Mehr Gäste, aber kürzere Aufenthalte?

Eine zentrale Entwicklung lässt sich bereits erkennen: Die Zahl der Ankünfte wächst schneller als die Zahl der Übernachtungen.

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Ankünfte um 2,0 Prozent, die Übernachtungen aber nur um 0,5 Prozent. Das spricht rechnerisch für eine leicht sinkende durchschnittliche Aufenthaltsdauer.

Ein ähnliches Muster war bereits 2025 erkennbar. Der Tourismus in Bayern wird damit zunehmend von Kurzreisen, Städtereisen und mehreren einzelnen Urlauben geprägt. Für Hotels und Ferienanbieter bedeutet das eine höhere Bedeutung von Auslastung, Saisonverlängerung und attraktiven Angeboten für Kurzaufenthalte.

Bayern-Tourismus zwischen Alpen, Städten und Seen

Die Stärke Bayerns liegt in seiner außergewöhnlichen touristischen Vielfalt. Das Angebot reicht von internationalen Großveranstaltungen und Geschäftsreisen in München über Kulturreisen nach Nürnberg und Bamberg bis hin zu Wander- und Wellnessurlaub im Allgäu oder in den Alpen.

Die Statistik zeigt dabei drei besonders wichtige Säulen:

  1. Inlandstourismus: Mit mehr als 82 Millionen Übernachtungen war der deutsche Markt 2025 weiterhin das Rückgrat des bayerischen Tourismus.
  2. Internationale Gäste: 2026 wächst die Nachfrage aus dem Ausland teilweise deutlich schneller als die Nachfrage aus Deutschland.
  3. Regionale Vielfalt: Oberbayern dominiert bei den absoluten Zahlen, während zahlreiche andere Regionen mit spezialisierten Angeboten punkten.

Ausblick auf den weiteren Verlauf von 2026

Die bisher verfügbaren Zahlen reichen bis einschließlich Juni 2026. Deshalb lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch kein endgültiger Jahresrekord für 2026 feststellen.

Die Ausgangslage ist jedoch solide: Nach dem Rekordjahr 2025 mit rund 102,9 Millionen Übernachtungen lag Bayern im ersten Halbjahr 2026 erneut leicht über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig entwickelt sich das internationale Geschäft positiv.

Entscheidend für die Gesamtbilanz werden vor allem die Sommermonate, die Herbstferien, das Oktoberfest in München sowie die Wintersaison sein. Gerade die zweite Jahreshälfte kann bei einem stark saisonabhängigen Reiseland wie Bayern erheblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis haben.

Fazit: Bayerns Tourismus bleibt auf Rekordniveau

Der Tourismus in Bayern bleibt 2026 ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und bewegt sich weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.

2025 brachte mit 102,9 Millionen Übernachtungen einen neuen Höchststand. Im ersten Halbjahr 2026 kamen bereits 18,6 Millionen Gäste und sorgten für 46,3 Millionen Übernachtungen. Gleichzeitig zeigt sich eine Verschiebung: Internationale Gäste gewinnen an Dynamik, während die Zahl der Übernachtungen deutscher Gäste teilweise hinter dem Wachstum der Ankünfte zurückbleibt.

Oberbayern bleibt das touristische Schwergewicht, München ist Bayerns wichtigstes Städteziel. Gleichzeitig sorgen das Allgäu, Oberland, Südostoberbayern, Franken und zahlreiche kleinere Ferienregionen für eine enorme regionale Breite.

Damit bleibt Bayern auch 2026 eines der vielseitigsten und meistbesuchten Reiseziele Europas – mit einer Mischung aus Rekordzahlen, internationaler Nachfrage und einem zunehmend wichtigen Kurzreisetourismus.

Quellen und weiterführende Informationen