Bayern ist mit rund 2,43 Millionen Hektar Wald eines der waldreichsten Bundesländer Deutschlands. Die Wälder unterscheiden sich jedoch regional erheblich. Während in vielen Gebirgsregionen Nadelbäume dominieren, besitzen Teile Frankens und andere wärmere beziehungsweise trockenere Regionen deutlich höhere Laubholzanteile.
Zu den wichtigsten Baumarten Bayerns gehören Fichte, Kiefer, Buche und Tanne. Ein Blick auf die aktuellen Daten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) zeigt deutliche Unterschiede bei Fläche und regionaler Verbreitung.
Baumarten Bayern Tabelle 2026
Die aktuellen Daten der Bayerischen Waldinventur zeigen folgende Flächenanteile für die vier Baumarten:
| Baumart | Waldfläche Bayern | Anteil an der bestockten Waldfläche | Baumtyp |
|---|---|---|---|
| Fichte | ca. 942.235 ha | 38,7 % | Nadelbaum |
| Kiefer | ca. 409.111 ha | 16,8 % | Nadelbaum |
| Buche | ca. 372.818 ha | 15,3 % | Laubbaum |
| Tanne | ca. 69.455 ha | 2,9 % | Nadelbaum |
Die Zahlen stammen aus der Bayerischen Waldinventur und beziehen sich auf die bestockte Waldbodenfläche. Insgesamt entfallen danach rund 38,4 Prozent auf Laubbäume und 61,6 Prozent auf Nadelbäume. (LWF Bayern)
Damit ist die Fichte bei den vier betrachteten Baumarten flächenmäßig deutlich am stärksten vertreten. Es folgen Kiefer und Buche mit relativ ähnlichen Flächenanteilen. Die Tanne nimmt mit rund 2,9 Prozent eine deutlich kleinere Fläche ein.
Fichte: Bayerns häufigste Baumart
Die Fichte (Picea abies) ist traditionell eine der wichtigsten Baumarten der bayerischen Forstwirtschaft. Nach der aktuellen Bayerischen Waldinventur nimmt sie rund 38,7 Prozent der bestockten Waldfläche ein. (LWF Bayern)
Ihre Schwerpunkte liegen insbesondere in den Mittelgebirgen und den höheren Lagen Bayerns. Ein besonders deutliches Beispiel ist das Fichtelgebirge. Dort weist die LWF einen Fichtenanteil von rund 72,3 Prozent aus. (LWF Bayern)
Auch im Oberpfälzer Wald erreicht die Fichte einen hohen Anteil von rund 53,9 Prozent. Im Bayerischen Wald liegt ihr Anteil bei rund 50,6 Prozent. (LWF Bayern)
Gleichzeitig ist die Fichte von regionalen Veränderungen betroffen. Die LWF berichtet, dass der Rückgang der Nadelbaumfläche in Bayern im Wesentlichen auf Flächenverluste bei Fichte und Kiefer zurückgeht. (LWF Bayern)
Kiefer: Besonders wichtig in Nord- und Ostbayern
Die Kiefer (Pinus sylvestris) kommt in Bayern auf rund 409.111 Hektar und erreicht damit einen Flächenanteil von 16,8 Prozent. (LWF Bayern)
Ihre Verbreitung unterscheidet sich regional stark von der Fichte. Ein besonders hoher Kiefernanteil findet sich beispielsweise im Oberpfälzer Becken- und Hügelland. Dort kommt die Baumart auf rund 57,4 Prozent der bestockten Waldfläche. (LWF Bayern)
Im Oberpfälzer Wald beträgt der Anteil rund 25,8 Prozent. Im Fichtelgebirge sind dagegen nur rund 8,7 Prozent der Waldfläche mit Kiefer bestockt. (LWF Bayern)
Damit zeigt sich bereits, wie unterschiedlich die Baumartenverteilung innerhalb Bayerns sein kann.
Buche: Wichtigste der vier Laubbaumarten
Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist mit rund 372.818 Hektar beziehungsweise 15,3 Prozent der bestockten Waldfläche eine der wichtigsten Baumarten Bayerns. (LWF Bayern)
Sie kommt insbesondere in Regionen mit für sie geeigneten klimatischen und standörtlichen Bedingungen vor. Besonders hohe Buchenanteile finden sich beispielsweise im Spessart und in der Rhön.
Im Spessart erreicht die Buche laut LWF rund 30,3 Prozent, in der Rhön rund 28,9 Prozent. Im Bayerischen Wald liegt ihr Anteil bei etwa 17,3 Prozent. (LWF Bayern)
Im Fichtelgebirge ist die Buche dagegen mit rund 5,7 Prozent deutlich weniger stark vertreten. Dort dominiert die Fichte mit mehr als 70 Prozent der Waldfläche. (LWF Bayern)
Tanne: Regional konzentrierte Verbreitung
Die Weißtanne (Abies alba) nimmt in Bayern eine wesentlich kleinere Fläche ein als Fichte, Kiefer oder Buche. Die aktuelle Waldinventur weist rund 69.455 Hektar und einen Anteil von 2,9 Prozent aus. (LWF Bayern)
Die Tanne ist allerdings regional sehr unterschiedlich verbreitet. Besonders deutlich wird dies im Bayerischen Wald. Dort erreicht sie etwa 9,2 Prozent der bestockten Waldfläche. Im Fichtelgebirge sind es dagegen nur rund 1,1 Prozent. (LWF Bayern)
Auch in Oberbayern und Niederbayern besitzt die Tanne regional eine größere Bedeutung. Die LWF weist für Oberbayern etwa 3,7 Prozent und für Niederbayern rund 4,5 Prozent aus. (LWF Bayern)
Regionale Verteilung im Vergleich
Ein Blick auf verschiedene bayerische Wuchsgebiete macht die Unterschiede besonders deutlich:
| Region | Fichte | Kiefer | Buche | Tanne |
|---|---|---|---|---|
| Bayern gesamt | 38,7 % | 16,8 % | 15,3 % | 2,9 % |
| Fichtelgebirge | 72,3 % | 8,7 % | 5,7 % | 1,1 % |
| Spessart | 21,9 % | 15,1 % | 30,3 % | 0,2 % |
| Rhön | 21,2 % | 12,8 % | 28,9 % | 0,3 % |
| Oberpfälzer Becken- und Hügelland | 24,9 % | 57,4 % | 4,6 % | 0,2 % |
| Oberpfälzer Wald | 53,9 % | 25,8 % | 2,3 % | 1,0 % |
| Bayerischer Wald | 50,6 % | 5,6 % | 17,3 % | 9,2 % |
Die Werte verdeutlichen, dass die bayernweiten Durchschnittswerte regionale Besonderheiten nur teilweise abbilden. So ist das Fichtelgebirge stark von Fichte geprägt, während im Spessart die Buche eine wesentlich größere Rolle spielt. Im Oberpfälzer Becken- und Hügelland dominiert dagegen die Kiefer. (LWF Bayern)
Fichte, Kiefer, Buche und Tanne nach Waldregion
Fichtelgebirge
Das Fichtelgebirge weist unter den genannten Regionen einen besonders hohen Fichtenanteil auf. Rund 72,3 Prozent der bestockten Waldfläche entfallen auf die Fichte. Kiefer kommt auf 8,7 Prozent und Buche auf 5,7 Prozent. (LWF Bayern)
Damit unterscheidet sich das Fichtelgebirge deutlich vom bayerischen Durchschnitt.
Spessart
Der Spessart zeigt ein anderes Bild. Die Buche erreicht dort rund 30,3 Prozent und ist damit die wichtigste der vier betrachteten Baumarten. Fichte und Kiefer liegen bei 21,9 beziehungsweise 15,1 Prozent. Die Tanne spielt mit 0,2 Prozent nur eine geringe Rolle. (LWF Bayern)
Bayerischer Wald
Im Bayerischen Wald dominiert ebenfalls die Fichte. Gleichzeitig besitzt die Tanne dort innerhalb Bayerns eine vergleichsweise große Bedeutung. Ihr Anteil beträgt rund 9,2 Prozent. Die Buche kommt auf 17,3 Prozent. (LWF Bayern)
Oberpfälzer Becken- und Hügelland
Diese Region ist besonders stark von der Kiefer geprägt. Mit rund 57,4 Prozent erreicht sie hier einen außergewöhnlich hohen Anteil. Die Fichte folgt mit 24,9 Prozent. (LWF Bayern)
Warum unterscheiden sich die Baumarten regional?
Die Baumartenzusammensetzung eines Waldes hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:
- Höhenlage
- Temperatur
- Niederschlagsmenge
- Bodenbeschaffenheit
- Wasserverfügbarkeit
- Exposition
- natürliche Waldgesellschaft
- historische Waldbewirtschaftung
- frühere Aufforstungen
Deshalb kann ein Baum, der bayernweit eine große Rolle spielt, in einer bestimmten Region nur einen relativ kleinen Anteil einnehmen.
Besonders deutlich wird dies beim Vergleich von Fichtelgebirge und Spessart: Im Fichtelgebirge liegt der Fichtenanteil bei über 70 Prozent, während die Buche dort nur 5,7 Prozent erreicht. Im Spessart ist es nahezu umgekehrt: Die Buche kommt auf rund 30,3 Prozent, während die Fichte bei 21,9 Prozent liegt. (LWF Bayern)
Veränderung der Baumarten in Bayern
Die bayerischen Wälder verändern sich. Nach der aktuellen Waldinventur ist der Anteil der Laubbäume auf rund 38,4 Prozent gestiegen. Gleichzeitig beträgt der Anteil der Nadelbäume rund 61,6 Prozent. (LWF Bayern)
Die LWF nennt insbesondere einen Rückgang der Flächenanteile von Fichte und Kiefer. Tanne, Douglasie und Lärche haben dagegen tendenziell leicht zugenommen. (LWF Bayern)
Auch bei der natürlichen beziehungsweise unter dem Altbestand stattfindenden Verjüngung zeigt sich ein Unterschied: Die Verjüngung bis vier Meter Höhe besteht laut LWF zu rund 59 Prozent aus Laubbaumarten und zu 41 Prozent aus Nadelbaumarten. (LWF Bayern)
Flächenvergleich als Balken-Tabelle
Für einen schnellen Überblick lassen sich die vier Baumarten nach ihrem Anteil an der bayerischen Waldfläche zusammenfassen:
| Baumart | Anteil | Fläche ungefähr |
|---|---|---|
| Fichte | 38,7 % | 942.000 ha |
| Kiefer | 16,8 % | 409.000 ha |
| Buche | 15,3 % | 373.000 ha |
| Tanne | 2,9 % | 69.000 ha |
Die übrigen Flächen entfallen unter anderem auf Eiche, Ahorn, Birke, Erle, Esche, Lärche und Douglasie. Insgesamt umfasst die von der Waldinventur erfasste bestockte Waldfläche rund 2,43 Millionen Hektar. (LWF Bayern)
Welche Baumart ist in Bayern am weitesten verbreitet?
Nach der aktuell verfügbaren Bayerischen Waldinventur ist die Fichte innerhalb der vier betrachteten Arten flächenmäßig am stärksten verbreitet. Mit rund 38,7 Prozent liegt sie deutlich vor Kiefer und Buche. Die Kiefer erreicht 16,8 Prozent, die Buche 15,3 Prozent und die Tanne 2,9 Prozent. (LWF Bayern)
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Fichte in jeder Region Bayerns dominiert. Die regionalen Unterschiede sind erheblich. Im Oberpfälzer Becken- und Hügelland ist beispielsweise die Kiefer die prägende Baumart, während im Spessart die Buche einen hohen Anteil erreicht. (LWF Bayern)
Fazit
Die Baumartenverteilung in Bayern ist regional sehr unterschiedlich. Fichte, Kiefer, Buche und Tanne nehmen zusammen einen großen Teil der bayerischen Waldfläche ein, sind aber keineswegs gleichmäßig verteilt.
Die Fichte ist mit rund 38,7 Prozent die flächenmäßig wichtigste der vier Baumarten. Die Kiefer kommt auf 16,8 Prozent, die Buche auf 15,3 Prozent und die Tanne auf 2,9 Prozent. Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede: Im Fichtelgebirge dominiert die Fichte, im Oberpfälzer Becken- und Hügelland die Kiefer, während im Spessart die Buche einen besonders hohen Anteil erreicht. (LWF Bayern)
Für einen aktuellen Blick auf die Baumartenverteilung 2026 sind daher neben den bayernweiten Zahlen vor allem die Daten der jeweiligen Wuchsgebiete interessant.